Patientendaten gestohlen, IT-Systeme lahmgelegt, Praxisbetrieb unterbrochen: Cyberangriffe können auch podologische Praxen treffen. Welche Risiken bestehen, was eine Cyberversicherung leisten kann und worauf Praxen bei der Absicherung achten sollten.
Cyberkriminalität zählt zu den wachsenden Risiken für Unternehmen. Nach Angaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind Unternehmen aller Branchen und Größen betroffen. Cyberangriffe können unterschiedliche Formen annehmen, darunter Ransomware, Phishing, Datenlecks, Denial-of-Service-Attacken oder Malware-Infektionen. Für kleine und mittelgroße Unternehmen wie podologische Praxen besteht dabei eine besondere Herausforderung: Die Risiken sind ebenso vorhanden, die personellen und finanziellen Ressourcen für eine umfassende IT-Sicherheit jedoch häufig begrenzt.
Was eine Cyberversicherung leisten kann
Eine Cyberversicherung kann vor den finanziellen Folgen eines Cybervorfalls schützen. Entscheidend ist, dass der gewählte Versicherungsschutz zu den Risiken der Praxis passt. Je nach individuellem Bedarf sollten vor allem folgende Leistungen berücksichtigt werden:
- Kosten für IT-Forensik sowie die Wiederherstellung beschädigter Systeme und Daten
- Schadensersatzforderungen von Patientinnen und Patienten oder Geschäftspartnern infolge eines Datenverlusts oder einer Datenschutzverletzung
- Kosten für rechtliche Beratung und die Abwehr von Ansprüchen
- Kosten für Krisenkommunikation und Maßnahmen zur Begrenzung von Reputationsschäden
- weitere Kosten, die im Zusammenhang mit Datenschutzverletzungen und daraus resultierenden Verfahren entstehen
Spezifische Risiken für podologische Praxen
Podologische Praxen verwalten sensible Patientendaten, einschließlich persönlicher Gesundheitsinformationen, Befunde und Behandlungspläne. Diese Daten unterliegen strengen Datenschutzbestimmungen, insbesondere der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Ein Datenleck kann schwerwiegende Konsequenzen haben:
- Verlust sensibler Patientendaten: Bei einem Cyberangriff könnten Daten gestohlen und missbraucht werden
- Unterbrechung des Praxisbetriebs: Ransomware-Angriffe können die IT-Systeme lahmlegen, was zu Ausfallzeiten führt
- Rechtliche Konsequenzen: Datenschutzverletzungen können rechtliche Folgen nach sich ziehen
- Rufschädigung: Ein Datenleck kann das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in die Praxis beeinträchtigen
Schadenbeispiele
Um die Relevanz einer Cyberversicherung zu verdeutlichen, sind hier einige typische Schadenbeispiele aufgeführt:
Beispiel 1: Ransomware-Angriff auf eine podologische Praxis
Ein unbekannter Angreifer verschlüsselt die IT-Systeme einer podologischen Praxis und fordert Lösegeld, um den Zugriff wieder freizugeben. Es können an mehreren Tagen keine Termine wahrgenommen werden, was Umsatzausfälle in vierstelliger Höhe verursacht. Zusätzlich entstehen Kosten für die IT-Forensik, die Wiederherstellung der Daten und die Benachrichtigung der Patientinnen und Patienten. Eine passende Cyberversicherung übernimmt die Kosten und hilft bei der Schadensbegrenzung.
Beispiel 2: Phishing und Datenleck
Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter klickt auf einen gefälschten Link in einer E-Mail und gibt Zugangsdaten preis. Daraufhin gelangen Kriminelle in das System der Praxis und stehlen Patientendaten. Die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde wird informiert und gegebenenfalls ist eine Meldung nach DSGVO erforderlich. Es drohen Schadensersatzforderungen. Eine Cyberversicherung kann die Kosten für rechtliche Unterstützung und mögliche Schadensersatzforderungen abdecken.
Beispiel 3: Fehlerhaftes Softwareupdate
Ein Softwareanbieter veröffentlicht ein fehlerhaftes Update, durch das Sicherheitslücken bestehen bleiben. Diese Lücken werden ausgenutzt, um Daten zu stehlen. Die Systeme müssen neu aufgesetzt und Daten wiederhergestellt werden. Eine Cyberversicherung übernimmt die Kosten für den IT-Support und die Wiederherstellung der Daten.
Fazit
Angesichts der zunehmenden Cyberrisiken ist eine Cyberversicherung für podologische Praxen eine sinnvolle Absicherung. Sie schützt vor finanziellen Verlusten, rechtlichen Konsequenzen und Reputationsschäden. Insbesondere die Sensibilität der Patientendaten macht eine umfassende Absicherung wichtig.
Konkrete Handlungsempfehlungen:
- Prüfen Sie regelmäßig die Sicherheitsmaßnahmen Ihrer IT-Infrastruktur
- Schulen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit Cyberrisiken
- Sichern Sie Ihre Daten regelmäßig und zuverlässig
- Sichern Sie sich eine passende Cyberversicherung, die auf die Bedürfnisse Ihrer Praxis zugeschnitten ist
- Bleiben Sie über aktuelle Bedrohungen informiert und entwickeln Sie eine Notfallstrategie
Die Digitalisierung bringt viele Chancen, erfordert aber auch erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Eine Cyberversicherung hilft dabei, finanzielle Risiken zu begrenzen und im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.
Holger Ullrich
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Foto: KI-generiert








