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Warum Diabetes-Früherkennung so schwierig ist

In Deutschland leben rund neun Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes. In der podologischen Praxis stellen sich viele von ihnen erst dann vor, wenn bereits Folgeschäden bestehen. Warum gibt es für diese Krankheit keine systematische Früherkennung?

Obwohl Diabetes mellitus Typ 2 auf Dauer den Verlust von Lebensqualität, Mobilität und Eigenständigkeit bedeuten kann, gibt es in Deutschland kein „Diabetes-Screening“ wie man es für Tumorerkrankungen von Brust, Gebärmutterhals, Haut, Prostata und Darm kennt. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen im Rahmen des Check-up 35 (alle drei Jahre) und bei medizinischem Verdacht die Messung des Nüchternblutzuckers, außerdem kommen Blutdruck und Blutfette auf den Prüfstand. Daneben werden Risikofaktoren angesprochen wie familiäre Belastung, Adipositas und Bewegungsmangel.

Eine wirkliche Früherkennung ist das allerdings nicht, denn durch einen zu hohen Glukosewert wird häufig ein schon Jahre bestehender Typ-2-Diabetes entdeckt. Das liegt auch daran, dass nur rund 25 Prozent der Anspruchsberechtigten diese Check-up-Möglichkeit nutzen. Die Erkrankung verläuft über Jahre nahezu symptomlos und ohne Warnsignale. Deshalb wird sie oft erst dann erkannt, wenn der Zuckerüberschuss im Blut Nerven und Gefäße angegriffen und zu Neuropathien, Netzhaut- oder Nierenschäden sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen geführt hat.

Was passiert vor dem erhöhten Nüchternblutzucker?

Es gibt Stadien vor dem erhöhten Nüchternblutzucker, die man zumindest theoretisch erkennen könnte. Denn Typ-2-Diabetes entwickelt sich, grob gesagt, in folgenden Stufen:

1 Insulinresistenz: Die Zellen reagieren schlechter auf Insulin, nehmen also weniger Zucker aus dem Blut auf, trotzdem ist der Nüchternblutzucker noch normal.

2 Kompensierte Hyperinsulinämie: Die Bauchspeicheldrüse produziert mehr Insulin, um die beginnende Insulinresistenz auszugleichen. Der Insulinwert ist erhöht, der Nüchternblutzucker nicht.

3 Prädiabetes: Jetzt wird der „Nüchternzucker“ auffällig (100 – 125mg/dl), der Langzeitwert HbA1c bewegt sich zwischen 5,7 – 6,4 %.

4 Typ-2-Diabetes: Nüchternblutzucker ≥126 mg/dl oder HbA1c ≥6,5 %.

Warum wird also nicht wenigstens das Nüchterninsulin gemessen? Die Antwort: Der Spiegel schwankt zu sehr, als dass es möglich wäre, einheitliche Referenzwerte festzulegen. Vielen bekannt ist der orale Glukosetoleranz-Test (abgekürzt oGTT). Bei dieser auch als Zuckerbelastungstest bezeichneten Untersuchung lässt sich erkennen, wie schnell bzw. langsam der Organismus eine aufgenommene Zuckerlösung aus dem Blut in die Zellen befördern kann. Der Test ist sehr aufwendig und wird nur bei begründetem Verdacht bezahlt, also beispielsweise, wenn der Nüchternblutzucker wiederholt grenzwertig erhöht ist.

Als Routine-Diagnostiktool nicht nutzbar ist auch ein anderer früher Marker: der Triglycerid-/HDL-Quotient.
Der Wert kann auch auff ällig sein beim Vorliegen von Bauchfett, bei Leberverfettung und dem metabolischen Syndrom. Die Zusammenhänge mit Typ-2-Diabetes sind eng, jedoch würde ein auffälliger Wert zahllose Menschen im „Risiko“-Bereich ansiedeln. Ihnen allen weitergehende Untersuchungen, Beratung und Präventionsmaßnahmen anzubieten, das könnte unser Gesundheitssystem nicht stemmen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 05/2026 der Zeitschrift "Podologie".
Hier gelangen Sie zum Download: https://podologie.de/die-neue-ausgabe-ist-da

Foto: Goffkein – stock.adobe.com

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