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Buchtipp: „Depression. Das Richtige tun“

Die statistische Chance, dass in Ihrem nahen Umfeld jemand an Depressionen erkrankt, ist gar nicht so klein. Jede fünfte Person entwickelt irgendwann im Leben eine Depression – Unterstützung durch Familie und Freundeskreis ist da Gold wert.

Ein Ratgeber, der in diesen Situationen ebenfalls Gold wert ist, ist „Depression. Das Richtige tun“, Ende 2020 erschienen bei der Stiftung Warentest. Die Medizinjournalistin Dr. Christine Hutterer und die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Prof. Dr. Christine Rummel-Kluge widmen ihn speziell den Angehörigen und stärken ihnen den Rücken mit Hintergrundwissen, praxiserprobten Tipps zum Alltagsmanagement, mutmachenden Gedanken und Erfahrungen. Patienten-Geschichten runden den Ratgeber ab.

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Das Buch kostet EUR 19,90, E-Book und PDF kosten 14,99 EUR.

Die Kernbotschaft des Buchs lautet: „Depressionen sind gut behandelbar, die meisten kommen da wieder raus.“ Eine weitere: „Je früher die Behandlung einsetzt, desto besser“.

Schnell zu Hausarzt oder -ärztin!

Weil die richtige Therapie die Leidenszeit erheblich abkürzen kann – und auch, weil man auf eine Psychotherapie oft Monate warten muss – empfiehlt es sich, beim Verdacht auf eine Depression bald die Hausarztpraxis anzurufen. Bei Symptomen wie Traurigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit, die über mehr als zwei Wochen anhalten, liegt der Verdacht schon nahe. Hausarzt oder Hausärztin können andere Ursachen (wie zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion) schnell ausschließen und an Depressionen Erkrankte selbst behandeln oder aber zum Facharzt bzw. in eine Klinik überweisen.

Bis die Medikamente und/oder die Psychotherapie wirken, kann es eine Weile dauern; dieser Zeitraum muss erst einmal bewältigt werden. In dieser Phase hilft es allen Beteiligten, sich immer wieder klarzumachen: Es ist eine Krankheit, für die niemand etwas kann. Die Ursachen sind vielfältig, teilweise auch genetisch. Es bleibt nicht so schwer, wie es ist. Der Lebensmut und die Schaffenskraft kehren wieder zurück!

Tun Sie sich etwas Gutes!

Für Angehörige ist dies eine Zeit, in der sie eine größere Last als sonst tragen müssen, aber auch gut für sich sorgen sollten – um nicht selbst irgendwann zusammenzubrechen.

Im Ratgeber „Depression. Das Richtige tun“ finden sich viele wertvolle Empfehlungen wie zum Beispiel:

  • ein Stärkenlogbuch anlegen – ein Notizbuch oder Heft, in dem Gefühle, Gedanken, Ängste, Wünsche und Hoffnungen ihren Raum finden.
  • weitere Angehörige und Freunde ins Boot holen – gemeinsam trägt man leichter und kann sich manche Aufgaben teilen.
  • sich regelmäßig Auszeiten gönnen und z. B. nette Bekannte treffen, Sport treiben oder Kultur genießen.

Häufig ist es auch nicht nötig, ungefragt alles in Haushalt, Familie oder Buchhaltung zu übernehmen; nicht zu komplexe Aufgaben, die den Tag strukturieren, tun den Erkrankten sogar ausgesprochen gut. Ansonsten gibt es auch andere Lösungen, wie im Haushalt (vorübergehend) Fünfe gerade sein lassen, eine Putzfrau engagieren oder Freunde um Unterstützung bitten.  

In Krisen schnell Hilfe holen

Das Wichtigste: So unglücklich der Patient/die Patientin mit Depressionen gerade auch wirkt, Sie sind nicht dazu verpflichtet, ebenfalls zu leiden. Unternehmen Sie Dinge, die Ihnen guttun – und wenn Sie diese genießen, tun Sie das ohne schlechtes Gewissen. Vom Mit-Leiden wird niemand schneller gesund.

Klarer Fall auch: Geht es dem Patienten/der Patientin plötzlich schlechter, kommen sogar Aussagen wie „Ich will nicht mehr leben“ oder „Es hat doch alles keinen Sinn mehr“, sollten Sie schnell Hilfe holen. Kontaktieren Sie den Hausarzt, die Psychotherapeutin oder einen Krisennotdienst, der für Ihre Stadt bzw. Region zuständig ist – oder rufen Sie mit der 112 den Rettungsdienst.

Für die meisten, die an Depressionen erkranken, ist die Prognose heutzutage jedoch gut. Und ist das Schlimmste überwunden, kann das Miteinander schöner und inniger sein als zuvor – man weiß, zusammen steht man auch die härtesten Phasen durch.  Fotos: Stiftung Warentest; Stefano Pollio @Unsplash

Weiterlesen:

Dr. Christine Hutterer: Depression. Das Richtige tun. Si­cherheit bekommen in akuten Situationen – Behandlung mit Medikamenten – Erfahrungen, die Mut machen. Ein Ratgeber für Angehörige und Freunde. Stiftung Warentest 2020, EUR 19,90. Bestellbar hier.

Ein Interview mit der Autorin Dr. Christine Hutterer, mehr zu Depressionen und zu Burnout lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe der Podologie Praxis – bestellbar hier.  

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