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Es ist unser Denken, das Erfolge und Niederlagen bewirkt

Was wir denken, drückt sich in unseren Selbstgesprächen aus. Wie wir diese Gespräche mit uns führen, erschwert oder erleichtert unser Leben. Was Sie über die Macht der persönlichen Denkweise wissen sollten.

1903 erschien unter dem Titel „As a Men Thinketh“ eines der ersten Bücher zur Persönlichkeitsentwicklung. Noch heute ist es unter dem Titel „Wie der Mensch denkt, so lebt er“ erhältlich. In der kleinen Schrift macht der Engländer James Allen auf etwas für die damalige Zeit höchst Ungewöhnliches aufmerksam: „Ein bestimmter, beharrlich verfolgter Gedankengang, sei er gut oder schlecht, wird auf jeden Fall zu bestimmten Ergebnissen beim Charakter und den Verhältnissen führen. Ein Mensch kann sich seine Lebensumstände nicht direktaussuchen, aber er kann sich seine Gedanken aussuchen und somit indirekt, jedoch gewisslich, seine Lebensumstände formen.“

2006 veröffentliche die amerikanische Psychologieprofessorin Carol S. Dweck das Buch „Mindset – The New Psychology of Succes“, das unter dem Titel „Selbstbild – Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt“, das ebenfalls noch im Buchhandel erhältlich ist. Unser Denken, bestätigt Dweck, übt eine enorme Macht auf unser Leben aus, weil es unser Selbstbild prägt. Und das wird maßgeblich von den Glaubenssätzen geformt, von denen sich ein Mensch beherrschen und lenken lässt: „Das schaffe ich!“ oder „Das schaffe ich nie!“ Aus ihren Forschungen zieht Dweck den klaren Schluss, es ist tatsächlich maßgeblich unser Denken, das Erfolge und Niederlagen bewirkt. Von unserer Denkweise, unserem Mindset, hängt es ab, ob sich jemand eher besser oder eher schlechter durch das Leben navigiert.

Durch eigenes Denken Herausforderungen bewältigen

Eine weitere Bestätigung dieser Zusammenhänge kam aus Kanada. Dort erkannte der Psychologieprofessor Albert Bandura in den 70iger Jahren: Je fester ein Mensch davon überzeugt ist, aus eigenem Können und Wollen, Herausforderungen zu bewältigen, desto zuversichtlicher und widerstandsfähiger bewegt sich dieser Mensch im Leben. Bandura nannte diese Tatsache Self-Efficacy – Selbstwirksamkeitserwartung. Menschen, die aus der Überzeugung ihrer Selbstwirksamkeit heraus leben, schrecken vor Anforderungen nicht zurück und ängstigen sich nicht vor Neuem oder Unvorhergesehenem. Sie setzen sich damit auseinander und gehen davon aus, Möglichkeiten zu finden, damit umzugehen.

Bandura zufolge heißt das konkret: Ein solches Mindset führt zu guten beruflichen Leistungen, niedrigen Stressreaktionen, unterstützt dabei, mit kritischen Lebensereignissen umzugehen, schützt vor Angststörungen und Depressionen, verleiht eine hohe Schmerztoleranz, ein leistungsfähigeres Immunsystem und ermöglicht bessere Sozialbeziehungen. Von ihrer Selbstwirksamkeit Überzeugte verbinden demzufolge zupackendes Handeln mit höherem Wohlbefinden. Sie stellen zwar klare Anforderungen an sich selber, visieren dabei aber keine überhöhten oder gar utopischen Ziele an. Je intensiver die eigene Selbstwirksamkeit im Lebensvollzug erfahren wird, desto mehr festigt sich dadurch die Selbstwirksamkeitsüberzeugung.

Aus dem Bündel dieser ermutigenden Erfahrungen mit sich selbst, formt sich das von Dweck als so bedeutsam erkannte positive Selbstbild. Ein positives Selbstbild zeigt sich im Alltag darin, dass äußere Umstände wie Unsicherheit und Widrigkeiten sachlicher wie zwischenmenschlicher Art weniger frustrierend und entmutigend erfahren und dadurch besser verkraftet werden. Diese Forschungserkenntnisse, sagt Erich Kirchler, Professor an der Fakultät für Psychologie, Universität Wien und am IHS-Institut für Höhere Studien. „sollten dazu herausfordern, an der eigenen Denkweise zu arbeiten und zu feilen und sie nicht als gottgegeben hinzunehmen. Und dafür kann man jeden Tag und jede Minute etwas tun, indem man anfängt, die Gedanken konsequent zu steuern, die einem ununterbrochen durch den Kopf gehen und die sich in unseren Selbstgesprächen niederschlagen.“

Erfahren Sie mehr im Beitrag von Hartmut Volk in der PODOLOGIE PRAXIS 1/2023. Sie haben noch kein Abo der Podologie oder PODOLOGIE PRAXIS? Hier können Sie schnell und unkompliziert ein Abo abschließen.

© Unsplash – Zulmaury Saavedra

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