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Filztechnik: Entlastung mit System

Ist es nicht zu aufwendig, die Filztechnik in den hektischen Praxisalltag zu integrieren? Im „Filzkurs F!-mobil® Geschütztes Gehen durch Distanzpolster“ zeigte sich: Mit etwas Übung lassen sich druckbedingte Läsionen schnell, effektiv und erstaunlich alltagstauglich entlasten.

Zwar wird die Filztechnik vor allem mit plantaren Druckulzera assoziiert, tatsächlich lässt sie sich jedoch
vielseitig einsetzen. Druckstellen an Interphalangealgelenken bei Krallenzehen, Interdigitalläsionen oder laterale Druckpunkte an Kleinzehe, Grundgelenk D5 oder der Basis des fünften Mittelfußknochens können häufig effektiv weichgebettet werden. Auch im Bereich der Knöchel bieten Filz-Distanzpolster Schutz vor Druckstellen und helfen, einer Ödembildung vorzubeugen. Grundsätzlich eignet sich die Technik für nahezu alle druckbedingten Läsionen am Fuß[1].

Rasche Umsetzung

Ein vermeintlich hoher Zeitaufwand hält viele Fachkräfte davon ab, Filz-Distanzpolster einzusetzen. Wer sie regelmäßig anwendet, merkt jedoch schnell: Einmal gelernt, lässt sich die Versorgung erstaunlich effizient umsetzen. Sinnvoll ist es, Betroffene einzubinden. Patientinnen und Patienten erwerben nicht nur die Polster selbst und bringen sie mit in die Praxis, sie übernehmen nach der ersten Anleitung auch vorbereitende Arbeitsschritte. Die eigentliche Anlage der Filzpolster dauert dann oft nur wenige Minuten.

Für den erfolgreichen Einsatz der Technik ist ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Betroffenen besonders wichtig. Denn im Alltag werden therapeutische Vorgaben nicht immer konsequent umgesetzt – sei es bei der Schuhwahl, längeren Gehstrecken oder dem Weglassen von Hilfsmitteln. Entscheidend ist daher, dass Patientinnen und Patienten ihr Unbehagen offen äußern können, anstatt im Alleingang zu improvisieren. Nur so lassen sich gemeinsam praktikable Kompromisse finden, die den Alltag erleichtern, ohne die Gesundheit der Betroffenen unnötig zu gefährden.

Alltagstauglichkeit entscheidet

Kleine Tipps helfen dabei, die Alltagstauglichkeit der Weichbettung am Fuß zu verbessern. So kann man diejenigen, die klassische Verbandschuhe nur ungern tragen, bei der Schuhwahl unterstützen. Gut gedämpfte, neutrale Lauf- oder Trailschuhe (für Marathon- oder Ultra-Distanzen) weisen häufig genau die Eigenschaften auf, die für die Filztechnik benötigt werden. Sie bieten ausreichend Platz, eine steife Sohle, gute Dämpfung und eine deutliche Sprengung zur Entlastung des Vorfußes.

Empfohlen wird es zwar nicht, doch wer trotz diabetischem Fußsyndrom und Filzsohle gern duschen möchte, wird für eine kleine Alltagshilfe dankbar sein. Mit einem im Online-Versandhandel erhältlichen Duschschutz lässt sich die Filzversorgung zuverlässig trocken halten, ohne improvisieren zu müssen.

Langlebige Alternative zur klassischen Filzversorgung

Als Ergänzung zum Filzpolster bietet sich die sogenannte FiFi-Sohle (Filz-Fiberglas-Sohle) an. Diese abnehmbare Variante ist langlebiger als direkt aufgeklebte Filzpolster und muss deutlich seltener erneuert werden.

Mehr im Fachteil

Wie die Filztechnik bei plantaren Ulzera konkret umgesetzt wird, welche biomechanischen Prinzipien dahinterstehen und worauf beim Zuschneiden und Anlegen der Polster zu achten ist, lesen Sie in
einem ausführlichen Filzkurs-Nachbericht im exklusiven Fachteil der Ausgabe 06/2026 der Zeitschrift „Podologie“.

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Literaturverzeichnis
[1] Hochlenert D, Engels G, Morbach S. Das diabetische Fußsyndrom – Über die Entität zur Therapie. 2. Auflage 2022, Springer-Verlag. DOI: 10.1007/978-3-662-43944-9.

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