GEHWOL TECH setzt auf ein weiterentwickeltes Sicherheitskonzept und erläutert das Wirkprinzip hinter antimikrobieller Therapie und Hautregeneration.
Ozonemissionen gelten als ein zentraler Sicherheitsfaktor beim Einsatz von Kaltplasmageräten in Innenräumen. Mit dem Kaltplasmagerät Dr.plajin (GEHWOL TECH) steht eine Technologie zur Verfügung, die diesen Aspekt neu einordnet: Messungen nach DIN SPEC 913151 zeigen Ozonwerte von rund 33 µg/m³ – etwa 70 % unter dem EU-Arbeitsplatzgrenzwert und unter den Werten vergleichbarer Geräte. Ein kontinuierlicher Einsatz ohne Lüftungspausen ist damit auch in kleineren Behandlungsräumen möglich. Niedrige Ozonemissionen sind dabei nicht nur ein Sicherheitsaspekt, sondern zugleich Ausdruck eines kontrollierten Plasmas.
Was ist Kaltplasma – und warum wirkt es?
Kaltplasma entsteht, wenn Umgebungsluft durch Energiezufuhr in ein aktives Teilchenfeld überführt wird. Dabei bildet sich ein hochreaktiver Mix aus freien Elektronen sowie reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffspezies (ROS/RNS). Diese reaktiven Spezies stellen die eigentliche Wirkkomponente dar: Sie lösen oxidative Prozesse aus, indem sie Mikroorganismen Elektronen entziehen. Bakterien, Pilze und Viren verfügen über begrenzte Schutzmechanismen gegenüber diesem oxidativen Stress – ihre Zellstrukturen werden destabilisiert und inaktiviert. Daraus ergibt sich eine antimikrobielle Wirkung, die unabhängig von klassischen Resistenzmechanismen ist.
Oxidativer Stress – Risiko und Chance zugleich
Oxidative Prozesse wirken jedoch nicht ausschließlich auf Mikroorganismen. Auch die menschliche Haut reagiert darauf – allerdings kontrolliert und differenziert. Der Organismus verfügt über Mechanismen zur Aufrechterhaltung der sogenannten Redox-Balance. Dabei wird oxidatives Potenzial gezielt reguliert und durch Reduktionsprozesse ausgeglichen. Entscheidend ist die Intensität: Während hohe oxidative Belastungen schädigend sein können, führen niedrige, kontrollierte Reize zu positiven Effekten im Sinne der Hormesis2-3. In diesem Bereich werden Zellkommunikation, Regeneration, Mikrozirkulation sowie die Bildung von Kollagen und Elastin stimuliert. Kaltplasma bewegt sich – bei entsprechender Steuerung – genau in diesem Spannungsfeld zwischen antimikrobieller Wirkung und biologischer Stimulation. Damit ermöglicht es neben therapeutischen Ansätzen, etwa in der Mykosebehandlung4, auch die Möglichkeit zum Einsatz in der präventiven, regenerativen und stimulierenden Hautpflege5.
Die Schlüsselrolle der Elektronen: Regulation statt Zufall
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Steuerung dieses Prozesses. Beim Kaltplasmagerät Dr.plajin von GEHWOL TECH System (patentiertes kontaktloses System) übernehmen freie Elektronen eine regulative Funktion. Sie wirken als schneller, vorgelagerter Puffer, der oxidatives Potenzial reduziert und damit die Redox-Balance der Haut unterstützt. Gleichzeitig bleibt die antimikrobielle Wirksamkeit der reaktiven Spezies erhalten. So entsteht kein unkontrollierter oxidativer Stress, sondern ein abgestimmtes Wirkprofil: wirksam gegenüber Mikroorganismen und zugleich verträglich für die Haut.
Das DR.PLAJIN-Prinzip: gerichtetes Plasma statt Streuverlust
Diese Balance basiert auf einem gezielt entwickelten technischen Ansatz. Das DR.PLAJIN-Prinzip nutzt ein kontaktloses, geerdetes Verfahren, bei dem ein gerichteter Plasmastrom zwischen Gerätekopf und Behandlungsfeld erzeugt wird. Durch die Erdung wird der Körper zum elektrischen Gegenpol, sodass die aktiven Plasmabestandteile gezielt zur Haut geführt werden, anstatt sich im Raum zu verteilen. Das ermöglicht eine präzise und reproduzierbare Anwendung bei gleichzeitig geringer Belastung der Umgebungsluft.
Der kinetische Hebel: Erst Schutz, dann Wirkung
Ein weiterer Mechanismus ergibt sich aus der Physik der Teilchen: Leichte, hochmobile Elektronen erreichen die Haut deutlich schneller als die trägeren reaktiven Spezies. Dadurch entsteht zunächst ein Elektronenreservoir auf der Haut, bevor die reaktiven Bestandteile ihre Wirkung entfalten. Diese erfolgt somit bereits reguliert. Das ermöglicht eine Kombination aus antimikrobieller Wirkung und gleichzeitiger Hautprotektion sowie Stimulation.
Steuerbare Wirkung: Abstand und Zeit als therapeutische Parameter
Die Wirkung von Kaltplasma ist kein statischer Effekt, sondern variabel steuerbar. Abstand und Behandlungsdauer bestimmen das Verhältnis von oxidativer Intensität und regulativer Wirkung. Kürzere Distanzen und Anwendungen verstärken den antimikrobiellen Effekt, während größere Abstände und längere Behandlungszeiten regenerative und präventive Effekte in den Vordergrund stellen.
Breites Anwendungsspektrum in Podologie und Kosmetik
Die Kombination aus antimikrobieller Wirkung und regulativer Hautstimulation eröffnet ein breites Anwendungsspektrum.
Beispielanwendungen in der Podologie:
- Nagel- und Hautmykosen
- Warzen und virale Läsionen
- Rhagaden und entzündliche Prozesse
- Diabetisches Fußsyndrom (im Rahmen der IFU)
- Präventive Anwendungen bei empfindlicher Haut
Fazit
Das beschriebene Kaltplasmagerät zeigt, dass sich niedrige Ozonemissionen und ein steuerbares Wirkprinzip kombinieren lassen. Antimikrobielle Effekte und präventiver Hautschutz werden dabei nicht getrennt betrachtet, sondern als Teil eines integrierten Ansatzes verstanden.
Quellen
- HAWK Göttingen, Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit, Messbericht nach DIN SPEC 91315
- von Woedtke, T., Schmidt, A., Bekeschus, S., Wende, K., & Weltmann, K.-D. (2019). Plasma Medicine: A Field of Applied Redox Biology. In Vivo, 33(4), 1011–1026. https://doi.org/10.21873/invivo.11570
- Busco, G., Robert, E., Chettouh-Hammas, N., Pouvesle, J.-M., & Grillon, C. (2020). The emerging potential of cold atmospheric plasma in skin biology. Free Radical Biology and Medicine, 161, 290–304. https://doi.org/10.1016/j.freeradbiomed.2020.10.004
- Gnat, S., Łagowski, D., Dyląg, M. et al. Cold atmospheric pressure plasma (CAPP) as a new alternative treatment method for onychomycosis caused by Trichophyton verrucosum: in vitro studies. Infection 49, 1233–1240 (2021).
https://doi.org/10.1007/s15010-021-01691-w - Schmidt A, Dietrich S, Steuer A, Weltmann KD, von Woedtke T, Masur K, Wende K. Non-thermal plasma activates human keratinocytes by stimulation of antioxidant and phase II pathways. J Biol Chem. 2015 Mar 13;290(11):6731-50. https://doi.org/10.1074/jbc.M114.603555
Herausgeber: EDUARD GERLACH GmbH, https://gehwol.de
Foto: GEHWOL TECH








