Daniela Graf gibt in der aktuellen Ausgabe der Podologie Tipps zur Praxisübernahme und Neugründung. Dazu sprach sie mit Martina Schmidt, Vizepräsidentin beim Deutschen Verband für Podologie (ZFD) e.V., und den Podologen Ruth Trenkler und Bastian Priegelmeir. Welche Kriterien sprechen dafür? Worauf sollte man besonders achten? Und woran könnte eine Übernahme oder gar Neugründung scheitern? Das und mehr verrät Daniela Graf in ihrem Beitrag.

Wenn ich mich als Podologe oder Podologin entschieden habe, meine eigene Praxis zu eröffnen, was genau muss ich beachten? Ist es ratsamer, eine gutgehende Praxis zu übernehmen oder eine solche selbst zu gründen? In podologischen Foren trifft man auf Schlagwörter wie Einarbeitungszeit, Unternehmensberatung, ein bis zwei Jahresumsätze als Kosten bei Übernahme.

Wo genau setzt man an? Um diese Fragen zu klären, ist man gut beraten, nach einer allgemeinen Recherche im Internet, sich bei podologischen Verbänden zu informieren, wie beispielsweise beim Deutschen Verband für Podologie (ZFD) e. V. (auch: podo deutschland). Vizepräsidentin Martina Schmidt bestätigt, dass Praxisübernahmen in den letzten Jahren sehr häufig vorgekommen sind. Wie viele genau – dazu gibt es keine Daten, nur Vermutungen.

„Praxisübernahmen müssen langfristig vorbereitet werden, beispielsweise durch Schüler, die in den Praxen ihre Berufspraktika ausüben und dann sehr gerne eine bereits gut geführte Praxis übernehmen möchten. Auch angestellte Podologen und Podologinnen sind oftmals bereit, eine bereits am Ort eingeführte Praxis zu übernehmen“, erklärt sie.

Also doch Übernahme statt Neugründung? „Eine bestehende Praxis zu übernehmen, hat den Vorteil, dass gesetzliche Bestimmungen meist schon zu 100 Prozent umgesetzt sind. Eine Kontrolle und Update an die zur Zeit geltenden Bestimmungen ist dabei sinnvoll. Neugründer orientieren sich am besten an den Vorgaben der Krankenkassen, Bauvorschriften und am Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt.“

Ruth Trenkler hat 1993 ihre podologische Praxis – Podologie Kouba – neu gegründet. Es ist eine der ersten Praxen in Regensburg, die eine Kassenzulassung erhalten haben. Ihr Rat, an alle Podolog:innen, die zweifeln, sich selbständig zu machen, ist, dass es sehr hilfreich sei, ein paar Jahre im Angestelltenverhältnis zu arbeiten: „Man kann da viel Erfahrung sammeln und letztendlich feststellen, ob man für eine Selbständigkeit geeignet ist oder nicht.“ Und mit welchen Kosten muss man denn nun rechnen? „Je nachdem, wie viele Kabinen man einrichten möchte und wie man die Hygiene gestaltet, mindestens mit 15.000 Euro für eine kleine Einmannpraxis, bei einer größeren, besser ausgestalteten Praxis ist man dann schon mit dem Doppelten und Dreifachen dabei.“

Auch Bastian Priegelmeir, Inhaber der podologischen Praxis Priegelmeir rät zu einem Startkapital von etwa 50.000 Euro. Der Podologe hatte sich nach seiner Ausbildung im Jahr 2009 zu einer Neugründung in Schwabmünchen entschlossen, einerseits aus Mangel an Angeboten, hat er eine Familie zu ernähren, und andererseits sah er den Standort mit damals 10.000 Einwohnern, als Potential – zurecht.

Mehr dazu im aktuellen Heft der Podologie 7-8/2022. Sie haben noch kein Abo der Podologie? Hier können Sie schnell und unkompliziert Ihr Wunsch-Abo abschließen.