Sind Sie gut ins neue Jahr gestartet? Laut einer aktuellen Umfrage von Statista fassen 55 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren Vorsätze für das kommende Jahr. Die beliebtesten Ziele sind mehr Bewegung, eine gesündere Ernährung und ein bewussterer Lebensstil.¹
Als Podologe und Podologin begleiten Sie Ihre Patienten dabei, langfristig gesunde Gewohnheiten für ihre Fußgesundheit zu entwickeln. Aber wie schafft man es, Vorsätze wirklich umzusetzen? Der Wiener Neurobiologe und Buchautor Dr. Marcus Täuber hat untersucht, welche Mythen es rund um Gewohnheitsänderungen gibt und wie die Erfolgsquote durch einfache Methoden deutlich erhöht werden kann.
1. Mythos: Es dauert 21 Tage, um eine Gewohnheit zu ändern
Die Behauptung, dass eine neue Gewohnheit nach 21 Tagen etabliert ist, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Sie basiert auf den Beobachtungen des Chirurgen Dr. Maxwell Maltz aus den 1960er Jahren, die jedoch keine Studiengrundlage haben.³
Tatsächlich zeigt eine Untersuchung von Philippa Lally und ihrem Team am University College London, dass es im Durchschnitt 66 Tage dauert, bis ein neues Verhalten automatisiert ist. Je nach Art der Gewohnheit und persönlicher Motivation kann dies jedoch zwischen 18 und 254 Tagen variieren.⁴ Dr. Täuber ergänzt: „Selbst nach dieser Zeit ist eine Gewohnheit nicht fest verdrahtet – Stress kann Rückschläge auslösen.“
2. Mythos: Einsicht allein führt zu Veränderung
„Übergewicht ist ungesund – nimm ab.“ Solche Aussagen sind gut gemeint, wirken aber oft nicht. Studien belegen, dass Wissen allein selten zur Verhaltensänderung führt. Entscheidend sind Emotionen.
Eine Studie von Dr. Linda Solbrig und ihrem Team an der University of Plymouth hat gezeigt, dass Mentaltraining mit motivierenden Zielbildern effektiver ist als herkömmliche Ernährungsberatung.⁵ Teilnehmer, die sich regelmäßig bildlich vorstellten, wie sie ihr Ziel erreichen, hatten nach einem Jahr fünfmal mehr Erfolg. Dr. Täuber empfiehlt daher, Emotionen gezielt einzusetzen, um die Motivation zu stärken.
3. Mythos: Klare Ziele sind der Schlüssel
Klare, messbare Ziele (z. B. nach der S.M.A.R.T.-Methode) gelten oft als unverzichtbar für den Erfolg.⁶ Doch bei komplexeren Vorhaben wie einem gesünderen Lebensstil ist Flexibilität wichtiger.
Dr. Täuber rät, nicht nur das Endziel, sondern auch die Tätigkeit selbst positiv zu verknüpfen. Zum Beispiel könnten Sie sich beim Sport mit Affirmationen wie „Ich genieße die Herausforderung“ motivieren. Das Gehirn lernt so, die Aktivität selbst mit positiven Emotionen zu verbinden.
Praktische Tipps für die Umsetzung
- Wenn-Dann-Pläne:
Konkrete Pläne erhöhen die Wahrscheinlichkeit, neue Verhaltensweisen umzusetzen, von 39 % auf 91 %.⁷ Ein Beispiel: „Wenn ich beim Buffet bin, greife ich zu fett- und zuckerarmen Optionen.“ - Stress reduzieren:
Rund ein Viertel der Menschen in Österreich wünscht sich weniger Stress.¹ Dr. Täuber empfiehlt Meditationsapps wie seine „Brain Changer App“, die nachweislich Stress abbaut und langfristig Resilienz fördert.⁸
Neues Jahr, neue Chancen
Als Podologe helfen Sie Ihren Patienten dabei, nachhaltige Gewohnheiten für ihre Fußgesundheit zu entwickeln. Warum nicht auch Ihre eigenen Vorsätze mit den neuesten Erkenntnissen aus der Neurobiologie erfolgreich umsetzen? Weitere Informationen und Inspiration finden Sie auf www.ifmes.com.
Foto: Mit KI generiert
Quellen:
- https://de.statista.com/
- Täuber, Marcus: Falsch gedacht: Wie Gedanken uns in die Irre führen – und wie wir mit mentaler Intelligenz zu wahrer Stärke gelangen. Goldegg Verlag, 2021, ISBN 978-3990602089.
- Maltz, Maxwell: Psycho-Cybernetics. Souvenir Press, 2023 (Neuauflage), ISBN 978-1800812925.
- Lally, Philippa et al.: How are habits formed: Modelling habit formation in the real world. European Journal of Social Psychology, 2010; 40: 998–1009.
- Solbrig, L. et al.: Functional imagery training versus motivational interviewing for weight loss: A randomised controlled trial. Int J Obes (Lond), 2019; 43: 883-894.
- Locke, E. & Latham, G.: A theory of goal setting and task performance. Prentice Hall, 1990.
- Gollwitzer, P. M.: Implementation intentions: Strong effects of simple plans. American Psychologist, 1990; 54: 493-503.
- Brain Changer App