Nagelpilz ist weit verbreitet und in podologischen Praxen allgegenwärtig. Wie damit umzugehen ist, demonstrierte Anke Niederau in der Online-Fortbildung „Häufige Nagelerkrankungen und deren Behandlung in der podologischen Praxis“ live am Patienten. Einige ihrer praktischen Tipps und Tricks haben wir für Sie zusammengefasst.
Nagelpilz tritt meist in Kombination mit Fußsohlenpilz auf. Um eine Reinfektion sowie die Ansteckung anderer Menschen zu vermeiden, sollten stets beide Erkrankungen behandelt werden. Im Rahmen einer lokalen Therapie – z. B. mit Spirularin® N Nagelserum (ocean pharma) – empfiehlt es sich zudem, nicht nur die betroffenen, sondern auch die gesunden Nägel mitzubehandeln. Das schützt die gesunden Areale zuverlässig vor Infektion.
Diagnostik: UV-Licht und zytologische Untersuchung
Onychomykosen sind leicht mit anderen Erkrankungen, z. B. Psoriasis, zu verwechseln. Bei der Abgrenzung helfen UV-Lampe und Infrarotbrille: Unter UV-Licht zeigen bestimmte Erreger fluoreszierende Eigenschaften, wodurch betroffene Areale orangefarben oder gelblichweiß erscheinen. Die Methode dient der orientierenden Abgrenzung. Für die weiterführende mykologische Diagnostik ist eine zytologische bzw. histologische Untersuchung von Nagel- oder Hautmaterial die sicherste Methode.
Patientenmotivation: Gut vorbereitet ans Ziel
Die Behandlung von Nagelpilz ist langwierig; es kann ein Jahr dauern, bis die befallenen Nagelanteile herausgewachsen sind. Darauf sollten Patientinnen und Patienten vorbereitet werden – ebenso wie auf die Notwendigkeit ihrer täglichen Mitarbeit über den gesamten Zeitraum. Das fällt vielen dann leichter, wenn die Behandlung in bestehende Alltagsroutinen integriert wird. Ein hilfreicher Tipp: Neben der Zahncreme platziert, ist das Mittel schnell greifbar und kann vor oder nach der täglichen Mundhygiene angewendet werden.
Hygiene: Schutz vor Ansteckung und Übertragung
Nagelpilz ist eine Infektionskrankheit, deren Behandlung stets mit dem Risiko einer Ansteckung und Übertragung auf Dritte einhergeht. Deshalb sind bei der Therapie in der podologischen Praxis die Hygienevorschriften unbedingt einzuhalten. Das heißt: Wer Betroffene behandelt, muss eine (FFP2-)Maske, Handschuhe sowie eine Einwegschürze mit Ärmeln oder alternativ kurzärmelige Arbeitskleidung tragen. Bei freiliegenden Armen ist im Anschluss eine gründliche Desinfektion erforderlich.
Behandlung: Drei Schritte zum Erfolg
Die Therapie von Nagelpilz unter Einsatz einer antimykotischen Tinktur erfolgt meist in drei Schritten. Zunächst werden die befallenen Nagelanteile abgetragen. Anke Niederau verwendet dafür bevorzugt Keramikfräser. Anschließend wird ein Okklusivverband mit 40-prozentiger Urea-Paste angelegt. Nach zwei bis drei Tagen werden gelöste Nagelanteile entfernt und die häusliche Therapie kann beginnen.
Mehr Details gewünscht?
Auf den Seiten 28 bis 30 im Fachteil der Ausgabe 04/2026 der Zeitschrift „Podologie“ erläutert Anke Niederau den Behandlungsablauf anhand eines Fallbeispiels. Hier finden Interessierte weitere hilfreiche Tipps zur Gewinnung von Haut- und Nagelmaterial, zum Behandlungsablauf u.v.m.
Hier gelangen Sie zum Download: https://podologie.de/pdf-abo-download/
Foto: KI








