Eines von 1.000 Neugeborenen kommt mit einer Spina bifida, einem „offenen Rücken“ zur Welt. Diese Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks kann je nach Ausprägung zu leichten bis gravierenden Beeinträchtigungen führen. Die Ursachen für den unvollständigen Verschluss des von den Wirbeln gebildeten Rückenmarkskanals bei einer Spina bifida sind noch nicht vollständig geklärt. Feststeht, dass es ein erhöhtes familiäres Risiko und eine genetische Disposition gibt.

Bei einer Spina bifida aperta kann es zu massiven Problemen im Bereich des Bewegungsapparates kommen, die Mobilität und Selbständigkeit der betroffenen Patient:innen werden dadurch stark eingeschränkt. Neben Hüftgelenksdysplasien, Hüftluxationen oder Skoliosen, also verkrümmten Wirbelsäulen treten vor allem Gelenkkontrakturen der unteren Extremitäten und – infolge von Lähmungen und abhängig von deren Schweregrad – vor allem Fußdeformitäten auf. Deren Ursache sind zum Beispiel ein muskuläres Ungleichgewicht oder eine unkontrollierte spastische Motorik die zerebral oder spinal bedingt ist.

Etwa die Hälfte der Kinder mit Spina bifida werden mit Fußdeformitäten geboren, mit steigendem Alter nehmen diese dann noch weiter zu. Konservative Maßnahmen sind bei dieser Fehlstellung wenig erfolgversprechend, eine frühzeitige operative Therapie bis zum dritten Lebensjahr ist daher angezeigt.

Das Ziel der orthopädischen Behandlung sind ein normales Aufsetzen der Fußsohle beim Gehen und ein beweglicher Fuß, der gleichmäßig verteilte Last aufnehmen kann. Wenn erforderlich, müssen Orthesen hier unterstützen. Bereits bei der Geburt vorhandene Deformitäten müssen behandelt werden, ehe das Kind zu laufen beginnt, um den negativen Einfluss des Körpergewichts, welches Verformungen verstärkt, zu umgehen. Die Therapie muss also schon unmittelbar nach der Geburt mit konservativen redressierenden Maßnahmen und krankengymnastischen Übungen zur Korrektur der Fehlstellung beginnen.

Chirurgische Maßnahmen sind gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt erforderlich, um die motorische Entwicklung zu unterstützen und die Selbständigkeit verbessern. Ein besonderes Augenmerk bei der Behandlung von Patienten mit Spina bifida gilt der Prävention von Druckulzera.

Über weitere Auswirkungen, Formen von Spina bifida und Therapiemaßnahmen berichtet Podologin Christine Preiherr in der Mai-Ausgabe der Podologie.

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