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Unguis incarnatus: Therapie bereits im Anfangsstadium beginnen

Der Nagelfalz ist gerötet, geschwollen und schmerzhaft, der Nagel bohrt sich tief in den Falz? Die Sichtdiagnose ist offensichtlich: Es handelt sich um einen Unguis incarnatus, einen eingewachsenen Nagel. Ein harmloses Zipperlein ist dieses Phänomen nicht – ein Unguis incarnatus muss schnell therapiert werden, damit es nicht zu Komplikationen kommt.

Das hat wohl jeder schon einmal erlebt: Am Zeh ist ein leichter Druck zu spüren – na ja, kein Drama. Doch Vorsicht: Wird nicht schon jetzt, in der Frühphase des eingewachsenen Nagels, eingegriffen, nimmt das Druckgefühl schnell zu und der wie ein Fremdkörper in das Gewebe drückende Nagel reizt dieses immer mehr. Aufgrund der Gewebeverletzung kommt es schließlich zu einer Paronychie, einer Entzündung des Nagelfalzes und des Nagelwalls, die mit charakteristischen Symptomen einhergeht:

  • einer Schwellung des Nagelwalls
  • einer roten oder bläulich-roten Verfärbung der Nagelumgebung
  • einer Überwärmung des Gewebes

Häufg dringen überdies Hautbakterien in das entzündete Gewebe ein, so dass sich dieses eitrig infiziert. Unbehandelt kann sich die Infektion schnell in die Nagelumgebung und auf das Nagelbett ausdehnen – Mediziner sprechen bei einer Entzündung der Nagelumgebung von „Panaritium paraunguale“ und bei Erkrankung des Nagelbetts von „Panaritium subunguale“. Persistiert die Infektion über längere Zeit, bildet sich schließlich „wildes Fleisch“, also übermäßiges Granulationsgewebe, das wegen seiner lockeren Gewebestruktur und der vielen Blutgefäße schnell blutet. Ein Teufelskreis setzt sich in Gang: „Wildes Fleisch“ sondert Wundsekret ab, dadurch kommt es zur Mazeration, das heißt, Haut und Nagel weichen auf. Dies wiederum reizt den Nagelwall und das Nagelbett noch mehr und verschlimmert das Krankheitsbild des Unguis incarnatus. Um diese Komplikation zu verhindern, muss daher das Hypergranulationsgewebe therapiert werden.

Unguis incarnatus: Mehrere Ursachen wirken zusammen

Genetische Veranlagung spielt bei der Entstehung eines Unguis incarnatus vermutlich eine zentrale Rolle, weitere Faktoren begünstigen das Einwachsen von Nägeln:

  • zu enge Schuhe oder Schuhe, in denen die Füße keinen Halt haben
  • permanente Feuchtigkeit aufgrund von Schweißfüßen (Hyperhidrosis pedis) oder wegen häufigen Tragens von atmungsinaktiven Schuhen, etwa Sportschuhen oder Sneakers aus Synthetikmaterial. Das feuchte Milieu weicht die Nägel auf, wodurch sich diese verformen und einwachsen können.
  • ständiger Druck infolge einer Fehlbelastung des Fußes oder einer Zehe, etwa bei einer Fehlstellung oder Fehlform, beispielweise bei einem Hallux valgus, einem Digitus superductus (Überlagerung zweier Zehen) oder bei rheumatischen und arthritischen Gelenkveränderungen
  • falsche Pediküre, bei der die Nägel rund geschnitten und gefeilt werden. Manchmal verbleibt ein Nagelsplitter im Nagelfalz und löst die Beschwerden aus.
  • ein zu schmales Nagelbett: Insbesondere Übergewicht führt häufig zu einer Vergrößerung des Nagelwalls, wodurch der Nagelfalz enger wird.
  • Nagelfalzverhornungen oder ein Clavus im Nagelfalz
  • Verformungen des Nagels wie etwa ein Rollnagel oder eine Verdickung der Nagelplatte, beispielsweise bei einer Nagelmykose oder Nagelpsoriasis
  • Grunderkrankungen, die zu einer arteriellen Mangeldurchblutung des Gewebes führen, etwa Diabetes mellitus oder PAVK sowie Krankheiten, die mit Wassereinlagerungen in den Füßen einhergehen, wie etwa Herz- oder Nierenschwäche sowie chronische Beinvenenschwäche
  • die Behandlung mit Krebsmedikamenten
  • die dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente, insbesondere von Retinoiden gegen Akne oder Chemotherapeutika im Rahmen einer Tumorbehandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium. Lesen Sie den ganzen Artikel mit ausführlicher Fotodokumentation in der Podologie 6/2024:

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