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Gefäßverschlüsse: Alltag und Notfälle in der Podologie

Kennen Sie die Anzeichen von Gefäßverschlüssen?

In einer Podologiepraxis zeigen nahezu alle Patient:innen Anzeichen von Zirkulationsstörungen.

Arterielle und venöse Blutgefäße haben niemals Pause, und so summieren sich im Laufe des Lebens degenerative Veränderungen. Aber auch entzündliche und degenerative Prozesse oder systemische Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus beeinflussen die Gefäßwände und den Blutfluss, dabei es kommt es zu typischen Veränderungen an den Beinen und Füßen. Neben diesen chronischen Geschehen sind aber auch Notfälle möglich. Arterielle Ischämien oder Phlebothrombosen beeinträchtigen nicht nur die lokale Gewebeversorgung, sondern können lebensbedrohliche Komplikationen wie Schockzustand, Lungenembolie oder Schlaganfall.

Deshalb ist es wichtig, die Anzeichen von akuten Gefäßverschlüssen zu kennen: Wenn Gefäße akut verlegt sind, ist schnelle medizinische Hilfe notwendig, denn jede Minute das unterversorgte Gewebe irreversibel schädigt und die Komplikationsgefahr groß ist.

Chronische Minderdurchblutung: PAVK

Die pAVK ist ein Risikofaktor für die Verlegung von Gefäßabschnitten. Deswegen macht es Sinn, bei jeder Behandlung mögliche Akutsymptome zu checken. Diese sind:

Symptome der chron. pAVK

• Bein-/Schienbein-/ Zehenglatze

• Verdicktes und verlangsamtes Nagelwachstum

• Erloschenes Nagelwachstum

• Spröde, raue, geriefte Nägel

• dünne (Pergament-) Haut

• wenig bis gar keine Hornhaut, eher raue, schuppige Hyperkeratose als Callositas

• Haut: livide-bläulichblass-marmoriert

• Pulslosigkeit • Wunden an der „letzten Wiese“

• Kleine Traumata heilen nicht (z. B. am Schienbein)

• Wadenkrämpfe, müdes Gefühl

• (schmerzfreie) Gehstrecke verringert sich

• Ruheschmerz

• Kalte Füße

• Medikamentenanamnese (ASS oder andere)

Gefäßverschlüsse: Auffällige Akutsymptome

• Einseitig kalter Fuß

• Einseitig auffällige Blässe, livide Färbung oder Rötung, manchmal klar abgegrenzt

• Einseitige Pulslosigkeit

• Schmerzen (können fehlen)

Der artielle Gefäßverschluss: Ein Notfall

In der Podologie sind die Füße im Vordergrund, deshalb kann eine akute Extremitätenischämie prinzipiell in jeder Extremität auftreten. Die Inzidenz der akuten Extremitätenischämie beträgt etwa 7-14 Fälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Ein plötzlich auftretender Verschluss einer zuführenden Arterie kommt in der Podologie zum Glück nur sehr selten vor. Dabei liegt meistens ein kardial bedingter embolischer Verschluss einer arteriellen Gefäßbahn zugrunde, wobei die Emboliequelle im linken Herzen lokalisiert ist.

Mögliche Ursachen hierfür sind chronisches Vorhofflimmern, Herzklappenerkrankungen, Myokardinfarkt und Herzrhythmusstörungen. Weitere mögliche Ursachen für Embolien sind Aortenaneurysmen und Arteriosklerose mit lokaler Thrombenbildung durch instabile atherosklerotische Plaques und arterielle Stenosen durch chronisch entzündliche Prozesse z.B. durch Vaskulitis.

Erfahren Sie mehr im Beitrag von Anja Stoffel in der Podologie 12 | 2023. Sie haben noch kein Abo der Podologie oder PODOLOGIE PRAXIS? Hier können Sie schnell und unkompliziert ein Abo abschließen.

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www.herzstiftung.de

Titefoto: peterschreiber.media – stock.adobe.com

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