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Ross-Fraser-Orthonyxie – auch etwas für Sie?

Die Podologin und Fachautorin Melanie Roithner informiert

Ein Name aus Schottland ist in aller Munde: Ross Fraser. Was macht die Therapie des eingewachsenen Nagels (Unguis incarnatus) mit einer kleinen epoxidbeschichteten Federstahldrahtspange so besonders?

Seit dem Jahr 1962 wird die zweischenklige Nagelkorrekturspange nach Ross Fraser von Podolog*innen angewendet. Die Technik überzeugt mit ihrer Hebelwirkung durch das Omega als Drehpunkt in der Mitte. Wird die Spange mit der Drahtfasszange minimal aktiviert, tritt die Wirkung am lateralen Nagelrand, auch Sulcusbereich genannt, ein. An dieser Stelle wird ein kleiner Acrylklebepunkt mit Onycholit gesetzt. Die Ross-Fraser-Spange ist durch den passgenauen Abdruck individuell anzupassen. Außerdem wird sie nahezu schmerzfrei aufgesetzt. Somit spürt der Patient bzw. die Patientin sie kaum.

Voraussetzung für Podolog*innen

Eine gute podologische Ausbildung verbunden mit einer ruhigen Führung der Hand sind natürlich Voraussetzungen für das korrekte Setzen der Ross-Fraser-Nagelkorrekturspange. Des Weiteren benötigen Sie folgende Instrumente und Materialien:

  • Drahtfasszange
  • Schlaufenbiegezange
  • Spangenhalter
  • Drahtschneidezange
  • Spitzrundzange
  • Amboss
  • Rundhammer
  • Von Erkodent: Kneton, Härter, Sitran, Anmischblock …
  • Federstahldraht 0,5 mm stark

Mit der Ross-Fraser-Technik werden Sie sicherer, je öfter Sie sie angewandt haben. Jeder einzelne Schritt sollte in aller Ruhe ausgeführt werden. Die gute podologische Vorbereitung des Zehennagels ist wichtig und der korrekte, nicht zu kurze Nagelschnitt, damit der Sulcus von Hyperkeratose befreit ist.

Ebenso wichtig wie die Kompetenz ist neben der Authentizität die Empathie zu den Patient*innen. So können Sie sich in ihren Leidensdruck besser hineinempfinden sowie Respekt vor den Füßen bekunden. Emotionale Wärme ist schon darum angebracht, weil die Behandlung nicht immer angenehm ist. Dafür ist es zum Beispiel vorteilhaft, den Patienten oder die Patientin in eine bequeme Position zu legen, gegebenenfalls den Raum zu lüften, ein Glas Wasser anzubieten und Blickkontakt zu halten.

Für wen eignen sich Ross-Fraser-Spangen?

Die Ross-Fraser-Technik eignet sich bei Zehennägeln, bei denen sich die transversale Wölbung verändert hat.

Typische Indikationen sind

  • Unguis convolutus – ein Rollnagel ohne Entzündungszeichen
  • Unguis incarnatus – meist schmerzhaft eingewachsene Nägel
  • Unregelmäßig geformte Zehennägel

Kontraindikationen:

  • Nägel, die sich in ihrer Konsistenz verändert haben und brüchig sind, wie bei Psoriasis
  • mykotische Nägel, bei denen mehr als 1/3 des Nagels befallen ist oder am lateralen Nagelrand Mykose sitzt
  • Onycholyse, partielle Ablösung des Nagels
  • Onychodystrophie
  • Onychauxis
  • Onychogrypose
  • Onychomadesis
  • stark entzündetes Gewebe und Nagelbett
  • Allergien auf Spangenmaterialien oder Klebstoffe
  • arterielle Durchblutungsstörungen (PaVK)
  • Neuropathie (Symptome wie Kribbeln und Taubheitsgefühl; vom Arzt abklären lassen)
  • schichtweise Aufsplitterung der Nägel parallel zur Oberfläche (Onychoschisis).

Wenn keine regelmäßige Regulierung der Spange alle vier Wochen gewährleistet werden kann, dann sollten Sie bevorzugt eine Klebespange wählen. Diese verbleibt ohne Probleme bis zu drei Monate auf dem Nagel. Die Ross-Fraser-Spange könnte sich im mehrmonatigen Zeitraum ohne Kontrolle lösen und Verletzungen hervorrufen, daher sollte einmal im Monat eine Kontrolle erfolgen (…)

Mehr zu Ross-Fraser- und anderen Spangenbehandlungen finden Sie in der gedruckten Version dieses Artikels, die in der Märzausgabe der Podologie erscheint – erhältlich ab dem 12.03.2021. Die Autorin vermittelt ihre Fachkenntnisse in Ross-Fraser-Spangen-Seminaren, Orte und Termine sind erfragbar bei Podologie Melanie Roithner, Echt Harz Hotel Plumbohms, Herzog-Wilhelm-Straße 97, 38667 Bad Harzburg, Tel. 0151-15253735, www.podologie.land

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