Fachzeitschrift-fuer-podologie-01-2024-header

Zehenfehlstellungen – mehr als ein ästhetisches Problem

Hammerzeh, Krallenzeh, Schwanenhals-Deformität – die Namen einiger Zehendeformitäten liefern die Diagnose gleich mit. Doch weshalb verkrümmen, verlagern, verformen sich Zehen? Und wie lassen sich die teils bizarren Zehenfehlstellungen behandeln?

Den Zehen kommt eine buchstäblich tragende Rolle für den Körper zu, dies machen wir uns kaum bewusst. Wer weiß schon, dass die Großzehe der Motor der Füße ist und dass die Nervenenden der Zehen es möglich machen, dass die Füße beim Gehen Balance halten und das Körpergewicht tragen können? Die Funktion der Füße hängt wesentlich von der Funktion der Zehen ab – Fehlstellungen letzterer sind daher keine Kleinigkeit, denn sie verursachen oft gravierende Beschwerden und wirken sich auf den ganzen Körper aus.

Zehenfehlstellung Hallux valgus

Der Hallux valgus oder „Ballenzeh“ ist die bekannteste und häufigste Verformung im Zehenbereich. Sein Erscheinungsbild ist unverwechselbar: Der verdickte und oft entzündete Großzehenballen verkrümmt sich nach innen, die Großzehe wird dabei immer schiefer und drückt gegen die anderen Zehen oder lagert sich sogar über diese – Orthopäden sprechen hier von einer Valgus-Stellung. Mit der Zeit kann sich infolge der Schiefstellung des Großzehs eine schmerzhafte Arthrose entwickeln, die zur totalen Versteifung des Gelenks führt.

Folgende Symptome sind charakteristisch bei Hallux Valgus

  • Schmerzen, vor allem beim Gehen

– am Großzehengelenk und am Großzehenballen

– unter dem Vorfußballen und den Mittelfußknochen der Kleinzehen da diese Bereiche überbelastet werden

  • reduzierte Beweglichkeit der Großzehe
  • eine Schonhaltung und ein verändertes Laufverhalten, was zu Beschwerden auch in den Knien oder Hüftgelenken führen kann
  • Rötung und Ballenbildung
  • Schleimbeutelentzündung
  • Seitabweichung und Rotation der Großzehe
  • Hühneraugen, Druckstellen und Hautrötungen

Ein Hallux valgus muss jedoch nicht zwangsläufig starke Beschwerden machen, zudem gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem Grad der Zehenfehlstellung und dem Ausmaß der Schmerzen. Manche Betroffene mit einer deutlichen „Schieflage“ des Großzehs sind fast beschwerdefrei, während andere, mit einer nur leichten Abweichung heftige Schmerzen beklagen. Die Wahrscheinlichkeit eines Knorpelverschleißes im Großzehengrundgelenk ist jedoch umso höher, je ausgeprägter die Fehlstellung und somit die Fehlbelastung des Gelenks sind.

Sie wollen mehr erfahren? Lesen Sie mehr dazu im Beitrag von Christine Preiherr in der Podologie 6|2023. Sie haben noch kein Abo der Podologie oder PODOLOGIE PRAXIS? Hier können Sie schnell und unkompliziert ein Abo abschließen.

© Alessandro Grandini – stock.adobe.com

Weitere Beiträge

Maßorthosen – Hilfsmittel für den Fuß

Maßorthosen – Hilfsmittel für den Fuß

Maßorthosen sind vorwiegend aus der Orthopädie bekannt, nämlich als Hilfsmittel zur Stützung, Entlastung, Ruhigstellung, Fixierung oder Stellungskorrektur eines Körperteils. In dieser Funktion sind sie auch in der Podologie...

mehr lesen
Clavi – klein und gemein

Clavi – klein und gemein

Hühneraugen gehören zu den täglichen Arbeiten im Fußbereich. Manchmal freut man sich über die fast meditative, feinjustierte, konzentrierte Tiefenbehandlung. Manchmal ist eine detektivische Suche, die Lupe und ganz viel...

mehr lesen
25 Jahre Schule für Podologie

25 Jahre Schule für Podologie

Die RUCK Akademie feiert Jubiläum Die Idee einer Schule für Podologie ist bereits uralt – eine zweijährige medizinische Ausbildung in der Podologie. 1998 wurde sie Wirklichkeit unter dem Dach der RUCK Akademie. Jetzt feiert die...

mehr lesen